Jazz ‘n’ Dance Orchestra – Nightclubsinger – smack dab records 9501

01. I Love The Life I Live (Willie Dixon)
02. Come Rain Or Come Shine (Johnny Mercer, Harold Arlen)
03. If You’re Goin’ To The City (Mose Allison)
04. Love For Sale (Cole Poerter)
05. Since I Fell For You (Buddy Johnson)
06. Back On The Corner (Mose Allison)
07. Look For The Silver Lining (Buddy De Silva, Jerome Kern)
08. Dancing On The Ceiling (Lorenz Hart, Richard Rodgers)
09. Cloudburst ( Jon Hendricks, Leroy Kirkland, Jimmy Harris)
10. The Chicken (Alfred Ellis)
11. Nightclubsinger (Thomas Krakowczyk)
12. Bye, bye Blackbird (Mort Dixon, Ray Henderson)

Jo Schneider (Gesang)
Michael Leuschner (Trompete)
Ben Hansen (Tenorsaxophon)
Ferdinand von Seebach (Posaune)
Thomas Krakowczyk (Gitarre)
Sebastian Jensen (Kontrabass)
Björn Lücker (Schlagzeug)
Jerry Tilitz (Posaunensolo, Nr. 3)

Aufnahme: Milchkettenmusik Hamburg, April 1994 (Matthias Tkotz, Jörn Bender, Stefan Grunow). Foto und Graphik: Matthias Mencke.

Hörprobe

Erhältlich für 10 Euro inklusive Verpackung und Versand innerhalb Deutschlands. Bestellung per Email mit Kontaktdaten und Rechnungsadresse an info@smackdab.de.

Original Linernotes von Jo Schneider: “Listen: I love the life I livecome rain or come shine, it doesn’t matter much. It can be fun if you’re goin’ to the city, movin’ and groovin’ on the dancefloor. You know, I’m workin’ in the red light district and there’s plenty of love for sale. But that’s no thrill for me ‘cause since I fell for you I’m really blue and find myself back on the corner. After a while I look for the silver lining again and might find someone dancing on the ceiling – that’s a cloudburst. However – after the show the guys from the band and me, we go out to have some fastfood. I really like fried chicken. This record is about me and my life: I am the nightclubsinger. And we all know how it feels when the party is over, so take it easy and sing along with me: bye, bye blackbird…”

Das Jazz ‘n’ Dance Orchestra ist eng mit der Geschichte des Entrées verbunden

Im Sommer 1993 waren Birdland und Dennis’ Swing Club geschlossen. Ich hörte, dass im Entrée, dem ehemaligen Theatercafé des Piccolo Theaters im Hamburger Schanzenviertel, Juliusstraße / Ecke Lippmannstraße, manchmal Musik gemacht wurde. Als ich hinging und fragte, ob ich auch mal einen Abend spielen dürfte, sagte mir der Wirt – ein alter Burmese namens Ronald Chit Tin -, dass ich das gerne machen könne, er könne aber kein Geld zahlen. Nach kurzem Überlegen sagte ich: “Okay, dann komme ich ab jetzt jeden Abend.” Ich telefonierte herum und organisierte für jeden Abend eine Rhythmusgruppe und lud alle Musiker ein, vorbeizukommen und einzusteigen. Da wegen der Sommerpause viele Musiker nichts zu spielen hatten, hatten wir bald ein volles Haus. Musiker der unterschiedlichsten Szenen kamen und spielten miteinander. Die alten Grabenkriege zwischen Oldtime und Modern Mainstream Jazzern und Bluesmusikern (und und und …) ruhten eine Zeitlang. Die Jazzpolizei nahm fröhlich Getränke am Tresen, unsere Freundinnen kellnerten. Wir hatten Berichte in der Morgenpost (die sonst nie über Jazzevents berichtete) und in der italienischen Ausgabe der Vogue. Promis wie Ulrich Tukur machten das Entrée zu ihrer Stammkneipe. Bands aus dem Ausland fragten bei mir an, ob sie auftreten dürften. Höhepunkte waren immer die Abende, an denen mein Freund, der Schlagzeuger und Sänger Jo Schneider (der sonst in Angie’s Nightclub in Schmidt’s Tivoli auf der Reeperbahn arbeitete) mit seiner Bandmappe kam. Im ersten Set Lovesongs, im zweiten der Blues und im dritten Balladen. Das Programm war ergreifend, mainstream und dabei doch sehr besonders. Stücke von Chet Baker, Mose Allison und Maceo Parker – so aufgeschrieben, dass Jazzmusiker gleich mitspielen und dazu improvisieren konnten. Irgendwann kam ein Weinhändler (“Jazz & Wein”) und hatte die Idee, eine Partyband aus unserem Milieu zu rekrutieren (weil “Wein und Jazz so gut zusammen passen”). Ich griff Jos Ideen auf und arrangierte sie für eine “Small Bigband” – drei Bläser, Rhythmusgruppe und Sänger – mit ausgeschriebenen Ensemblepassagen, Intros, Endings, Solosections. Wir probten viel und machten für unsere Verhältnisse ziemlich aufwendige Studioaufnahmen bei Matthias Tkotz, Jörn Bender und Stefan Grunow im super coolen Milchkettenmusikstudio in einem Hinterhof an der Susannenstraße. Dieses Album ist dabei herausgekommen. Den Titelsong “Nightclubsinger” habe ich für Jo Schneider geschrieben. Die Band spielte eine Zeitlang recht erfolgreich auf verschiedenen Veranstaltungen und einer Swingreihe im neu eröffneten Alsterpavillon. Das Album verkaufte sich gut, wir haben sogar eine zweite Auflage pressen lassen. Die Kooperation mit dem Weinhändler war eher ein Flop – unsere Musik war denn doch wohl zu eigen. Jo und ich gingen dann irgendwann andere Wege. Sein Job in Angie’s Nightclub war gut bezahlt und ich war es leid, die Arbeit im Hintergrund zu machen und den Sänger die Lorbeeren ernten zu lassen. Ich fing selber an zu singen. (Basti Jensens freundlicher Kommentar dazu: “Autofahr’n und singen kann man nicht erzwingen” …) So reifte die Idee zum nächsten Album: “Die Kapelle spielt den Blues”. Den Song “Nightclubsinger” spiele ich auch heute noch gerne.

Nightclubsinger – Live auf dem Spielbudenplatz 2009